{"id":109,"date":"2016-12-13T11:41:53","date_gmt":"2016-12-13T10:41:53","guid":{"rendered":"http:\/\/themes.elmastudio.de\/neubau\/?p=109"},"modified":"2021-01-31T11:37:17","modified_gmt":"2021-01-31T10:37:17","slug":"verhaltenswissen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/de\/verhaltenswissen-2\/","title":{"rendered":"Verhaltenswissen"},"content":{"rendered":"<p>Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts hat sich das \u203aVerhalten\u2039 als selbstverst\u00e4ndlicher Topos in anthropologische Diskurse jedweder Disziplin eingeschrieben, von der Philosophie, Biologie, Soziologie bis zur Ethnologie und \u00d6konomie. Konzepte des Verhaltens dienen dabei vielfach als Werkzeug einer Zukunftsprognose und Gefahrenvorsorge. Eine wissensgeschichtliche Analyse der jeweils historischen Bedingungen f\u00fcr dieses Wissen vom Verhalten als Beschreibungskategorie und Bestimmung des Lebendigen liegt bislang nicht vor.<\/p>\n<p>Gegenstand einer ersten Untersuchung auf dem Weg zu einer Wissens- und Kulturgeschichte des Verhaltens ist das Diskursfeld des Verhaltens der 1950er und 1960er Jahre. Im Mittelpunkt des Promotionsprojekts steht eine paradigmatische Schreib- und Beobachtungsszene des Verhaltens, in der das disziplinierende Potential des Wissens um das Verhalten, seine sozialpolitische Sprengkraft sowie seine Bedingtheit durch materielle Kulturen und mediale Verfahren auf origin\u00e4re Weise zu Tage tritt. Die Untersuchung orientiert sich am wissenschaftlichen Nachlass des ostdeutschen Verhaltensbiologen G\u00fcnter Tembrock (1918\u20132011), der zwischen 1948 und 1968 Verhaltensstudien an Rotf\u00fcchsen in den Arbeitsr\u00e4umen- und Freigehegen des Zoologischen Institutes auf dem heutigen Gel\u00e4nde des Museums f\u00fcr Naturkunde Berlin durchf\u00fchrte.<\/p>\n<p>Neben der kultur- und medienwissenschaftlichen Analyse der materiellen Kultur der Verhaltensexperimente an Zoo- und Fundtieren in den Arbeitsr\u00e4umen des Institutes dient das Projekt zugleich der Aufarbeitung des brisanten wissenschaftspolitischen Kontextes der Verhaltensbiologie in der DDR sowie der anthropologischen Konsequenzen der Thesen Tembrocks vor dem Hintergrund gesellschaftspolitischer Debatten in SED-Diktatur und Kaltem Krieg. Zus\u00e4tzlich widmet sich die Untersuchung der Schwierigkeit des Schreibens \u2013 zwischen Wahrnehmung und Text und im Spannungsfeld von Politik und Biologie \u2013 die sich im Falle Tembrocks mitunter in fiktiven Texten niederschlug.<\/p>\n<p>Das Promotionsprojekt st\u00fctzt sich auf Literatur aus der Biologie, Psychologie, Kulturwissenschaft, Literatur-, Medien- und Wissensgeschichte. Zudem bearbeitet es im Wesentlichen Quellenmaterial (Schriftgut, Fotografien, Filme und Tondokumente) aus dem bislang noch unerschlossenen Nachlass G\u00fcnter Tembrocks, der heute in den R\u00e4umen des Museums f\u00fcr Naturkunde Berlin verwahrt wird.<\/p>\n<p>Abbildung:<br \/>\nG\u00fcnter Tembrock: 11.12.52, 19:45, Mucki. Retuschierte S\/W-Fotografie, 1952 \u00a9 Tembrock Forschungssammlung Berlin.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem Ende des 19. 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