{"id":2681,"date":"2021-08-18T16:44:54","date_gmt":"2021-08-18T14:44:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/?p=2681"},"modified":"2025-07-22T13:12:30","modified_gmt":"2025-07-22T11:12:30","slug":"selbstbehaeltnisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/de\/selbstbehaeltnisse\/","title":{"rendered":"Selbstbeh\u00e4ltnisse"},"content":{"rendered":"<p>Es ist eine der menschlichsten T\u00e4tigkeiten, f\u00fcr sich selbst, f\u00fcr den eigenen K\u00f6rper und die eigene Subjektivit\u00e4t Beh\u00e4ltnisse zu schaffen. Diese Beh\u00e4ltnisse f\u00fcr das Selbst k\u00f6nnen ephemer und improvisiert sein, sie k\u00f6nnen in allt\u00e4glichste Gegenst\u00e4nde oder auch in Texte oder Bilder ausgelagert sein. Oder sie k\u00f6nnen dauerhaft, stabil und wenigstens in ihrer Planung auf eine lange Zeit angelegt sein und dem Menschen eine sichere Verkapselung bieten. Nicht selten findet der K\u00f6rper in seinen Beh\u00e4ltnissen eine situative, fast organische Erweiterung und geht ein hochgradig nahes und intimes Verh\u00e4ltnis mit ihnen ein.<br \/>\nWenn wir in diesem Band unter dem Schlagwort <em>Selbstbeh\u00e4ltnisse<\/em> nach den verschiedenen Orten und Gegenst\u00e4nden der Aufbewahrung dessen fragen, was wir als Subjektivit\u00e4t oder Individualit\u00e4t verstehen \u2013 diese \u00fcberhaupt erst von ihren Beh\u00e4ltnissen zu denken, zu theoretisieren und zu historisieren versuchen \u2013, geraten nicht nur station\u00e4re Settings etwa des Wohnens und M\u00f6blierens in den Blick. Dann fallen auch viel kleinere, mobilere und noch k\u00f6rpern\u00e4here Dinge des Alltags auf, die wir mit und an uns herumtragen: Jacken, Rucks\u00e4cke, Koffer, Truhen, Betten, T\u00fcren, R\u00fcstungen, H\u00e4user, M\u00fctzen, Zelte, Zimmer, Hosentaschen, Notizb\u00fccher und viele, viele andere Beh\u00e4ltnisse, die wir andauernd benutzen, bauen, einrei\u00dfen und herstellen.<br \/>\nUm solche Selbstbeh\u00e4ltnisse zu beschreiben und um in ihnen wissenschaftsw\u00fcrdige Ph\u00e4nomene zu erkennen, braucht es einen Blick, der nicht nach den gro\u00dfen Dingen und nach ewigen Wahrheiten und philosophischen Tats\u00e4chlichkeiten sucht, sondern der in der Beil\u00e4ufigkeit und Verg\u00e4nglichkeit des Alltags das erkennt und wertsch\u00e4tzt, was Menschen tun, wenn sie nicht versuchen, Gro\u00dfes zu tun oder Ewigkeitswerte zu schaffen. In diesem Band sind solche kulturwissenschaftlichen Untersuchungen unserer Selbstbeh\u00e4ltnisse versammelt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist eine der menschlichsten T\u00e4tigkeiten, f\u00fcr sich selbst, f\u00fcr den eigenen K\u00f6rper und die eigene Subjektivit\u00e4t Beh\u00e4ltnisse zu schaffen. Diese Beh\u00e4ltnisse f\u00fcr das Selbst k\u00f6nnen ephemer und improvisiert sein, sie k\u00f6nnen in allt\u00e4glichste Gegenst\u00e4nde oder auch in Texte oder Bilder ausgelagert sein. Oder sie k\u00f6nnen dauerhaft, stabil und wenigstens in ihrer Planung auf eine lange Zeit angelegt sein und dem Menschen eine sichere Verkapselung bieten. 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