{"id":3086,"date":"2023-04-09T11:51:07","date_gmt":"2023-04-09T09:51:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/?p=3086"},"modified":"2023-04-12T12:56:50","modified_gmt":"2023-04-12T10:56:50","slug":"kulturwissenschaftliche-aesthetik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/de\/kulturwissenschaftliche-aesthetik\/","title":{"rendered":"Kulturwissenschaftliche \u00c4sthetik"},"content":{"rendered":"<p>Der Lehr- und Forschungsbereich \u00bbKulturwissenschaftliche \u00c4sthetik\u00ab an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin ist in der deutschsprachigen Universit\u00e4tslandschaft singul\u00e4r. Zwar kn\u00fcpft der Titel an die im 18. Jahrhundert gegr\u00fcndete philosophische Disziplin der \u00bb\u00c4sthetik\u00ab an, die mit dem Anspruch verkn\u00fcpft war, der Kunst ein freies und autonomes Feld zu verschaffen. Mit der kulturwissenschaftlichen Perspektive werden jedoch andere Zug\u00e4nge zu \u00e4sthetischen Fragestellungen er\u00f6ffnet. Dazu geh\u00f6ren <em>erstens<\/em> kolonialhistorische Kontextualisierungen der klassischen Texte der \u00c4sthetik sowie Fragen der kolonialen Kultivierung des Geschmacks, der politischen Aufteilung des Sicht- und Sagbaren und zumal der rassistischen Ausgrenzung \u00e4sthetischer Verm\u00f6gen und Praktiken. Damit ist <em>zweitens<\/em> die Untersuchung der von der klassischen \u00c4sthetik verworfenen Perspektiven verbunden: Die \u00bbAisthesis\u00ab im Wortsinn von Empfindung und Wahrnehmung, die k\u00f6rperlich-sinnliche Dimension \u00e4sthetischer Affizierungen, Ber\u00fchrungen und Gef\u00fchle, einschlie\u00dflich der <em>ugly feelings<\/em> und des Gebrauchs der L\u00fcste; vor allem jedoch K\u00fcnste, Verfahren, Medien, Praktiken und Akteur:innen schwarzer, migrantischer, queerer, kindlicher, \u00bbprimitiver\u00ab \u00c4sthetik. <em>Drittens<\/em> handelt es sich darum, die Bedeutung des \u00c4sthetischen f\u00fcr die Aus\u00fcbung von Macht und Gewalt im organisierten Ma\u00dfstab zu untersuchen: insbesondere von pornografischer, sexueller und sadistischer Gewalt. Und nicht zuletzt geht es <em>viertens<\/em>: um \u00e4sthetische Artikulationsformen des Politischen, um aisthetische Widerst\u00e4nde und <em>body politics<\/em>. In der Ringvorlesung und in den korrespondierenden MA- und BA-Seminaren werden M\u00f6glichkeiten und Grenzen kulturwissenschaftlicher \u00c4sthetik ausgelotet. Sie bieten ein Spektrum aussagekr\u00e4ftiger Fallgeschichten und theoretisch angeleiteter Auseinandersetzungen an.<\/p>\n<p>Die Ringvorlesung findet donnerstags, 12\u201314Uhr ct., im Reutersaal der Dorotheenstra\u00dfe 24 statt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>PROGRAMM:<\/strong><\/p>\n<p>20.04.2023 \u2013<em> Iris D\u00e4rmann<\/em>: \u00c4sthetik \u201ein zwei Akten\u201c: im kolonialrassistischen Kontext des transatlantischen Sklavenhandels und im Black Atlantic<\/p>\n<p>27.04.2023 \u2013\u00a0<em>Andreas Gehrlach<\/em>: Wie man einen Gott machen kann &#8211; Eine Untersuchung und eine Bastelanleitung<\/p>\n<p>04.05.2023 \u2013\u00a0<em>Sofie Fingado<\/em>: \u201eLet\u2019s make these prison walls quake and tumble until they all fall down\u201c. Politisches Schreiben und abolitionistische Gef\u00e4ngnispolitiken<\/p>\n<p>11.05.2023 \u2013\u00a0<em>Waldemar Isak<\/em>: \u201ePolitische Dermatologie\u201c. Aisthetische Konturen bei Paul B. Preciado und Anne Boyer<\/p>\n<p>18.05.2023 \u2013\u00a0<em>Feiertag (keine Vorlesung)<\/em><\/p>\n<p>25.05.2023 \u2013\u00a0<em>Beate Absalon<\/em>: \u00c4sthetiken des Verzichts in Zeiten der Zwangssexualit\u00e4t<\/p>\n<p>01.06.2023 \u2013\u00a0<em>Lekt\u00fcrewoche<\/em>\u00a0<em>(keine Vorlesung)<\/em><\/p>\n<p>08.06.2023 \u2013\u00a0<em>Antonio Lucci<\/em>: Deutscher Orientalismus und Philosophie: Mystik, Yoga und die Frage nach der menschlichen Natur<\/p>\n<p>15.06.2023 \u2013\u00a0<em>Sebastian K\u00f6the<\/em>: \u201eIch kann getr\u00f6stet nicht leben.\u201c Trost und Untr\u00f6stlichkeit bei Ilse Aichinger<\/p>\n<p>22.06.2023 \u2013\u00a0<em>Sophia Lohmann<\/em>: \u201eUntil it is faced.\u201c Ethiken der Begegnung und Alterit\u00e4t in nordamerikanischen Essays<\/p>\n<p>29.06.2023 \u2013\u00a0<em>Jan Mollenhauer<\/em>: Haut und Falten. Montage und Deutung eines Fotos vom Heiligabend 1944<\/p>\n<p>06.07.2023 \u2013\u00a0<em>Sophia Gr\u00e4fe<\/em>: Archivhypnosen. Kulturwissenschaftliche Wissenschaftsforschung<\/p>\n<p>13.07.2023 \u2013\u00a0<em>Holger Brohm<\/em>: Blicke des Schlafes bei Lili Dujourie, Sophie Calle und Doug Aitken<\/p>\n<p>20.07.2023 \u2013\u00a0<em>Stephan Zandt<\/em>: Zwischen Transition und kolonialer Erinnerung: Eine kleine Kultur- und\u00a0Mediengeschichte des Teddyb\u00e4ren<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Lehr- und Forschungsbereich \u00bbKulturwissenschaftliche \u00c4sthetik\u00ab an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin ist in der deutschsprachigen Universit\u00e4tslandschaft singul\u00e4r. Zwar kn\u00fcpft der Titel an die im 18. Jahrhundert gegr\u00fcndete philosophische Disziplin der \u00bb\u00c4sthetik\u00ab an, die mit dem Anspruch verkn\u00fcpft war, der Kunst ein freies und autonomes Feld zu verschaffen. 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