{"id":3574,"date":"2026-03-02T09:10:02","date_gmt":"2026-03-02T08:10:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/?p=3574"},"modified":"2026-03-02T09:10:02","modified_gmt":"2026-03-02T08:10:02","slug":"denken-schreiben-filmen-dokumentationen-des-selbst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/de\/denken-schreiben-filmen-dokumentationen-des-selbst\/","title":{"rendered":"Denken \u2013 Schreiben \u2013 Filmen: Dokumentationen des Selbst"},"content":{"rendered":"<p>Die Thematisierung des Selbst ist in den letzten zwanzig Jahren zunehmend Teil von k\u00fcnstlerischen, literarischen und wissenschaftlichen Praktiken geworden. Unter Begriffen wie Autotheorie, Autofiktion oder Autosoziobiografie wird dabei die Trennung von Theorie, Philosophie und Fiktion auf der einen Seite, und Autobiografie, Leben und K\u00f6rper auf der anderen Seite kritisch reflektiert. Anstatt das Selbst in der theoretischen und k\u00fcnstlerischen Arbeit auf Abstand zu halten, finden Autor:innen, Denker:innen und Filmemacher:innen (wie bspw. Paul B. Preciado, Maggie Nelson und Ocean Vuong) Formen und Verfahren, mit denen sie die eigene Subjektivit\u00e4t und den eigenen K\u00f6rper aktiv in ihr Denken, Schreiben und Filmen einbeziehen. Themen wie Sexualit\u00e4t, Sorgearbeit, die neoliberale Gegenwart, Krankheit und Alltag werden darin nicht einfach aus einer distanzierten Position analysiert, sondern in k\u00f6rperlichen und subjektiven Nahverh\u00e4ltnissen reflektiert. In diesem Seminar m\u00f6chten wir uns den \u00e4sthetischen, epistemischen und experimentellen Praktiken der Selbstdokumentation widmen und dabei gegenwartsdiagnostische und genealogische Perspektiven verbinden. Das bedeutet, dass wir uns einerseits mit aktuellen Erscheinungsformen und Debatten um das Selbst in Theorie, Literatur und Film auseinandersetzen, und andererseits einigen Vorl\u00e4ufer:innen des aktuellen \u00bbautotheoretical turn\u00ab (Fournier 2021) nachgehen, u. a. den feministischen Film- und Schreibpraktiken der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts. Was hie\u00df und was hei\u00dft es also, <em>sich selbst<\/em> zu denken, zu schreiben oder zu filmen? Und welche kritischen und analytischen Potentiale k\u00f6nnen solche Dokumentationen des Selbst entfalten?<\/p>\n<p>Das Seminar ist als Kooperation zwischen dem Institut f\u00fcr Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz und dem Institut f\u00fcr Kulturwissenschaft der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin angelegt und findet parallel an beiden Standorten statt (in Mainz angeboten von Prof. Dr. Chris Tedjasukmana). Im Laufe des Semesters soll es Gelegenheit f\u00fcr gemeinsame Diskussionen und Austausch geben \u2013 f\u00fcr einzelne Sitzungen werden wir uns deshalb per\u00a0Zoom zusammenschalten.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Thematisierung des Selbst ist in den letzten zwanzig Jahren zunehmend Teil von k\u00fcnstlerischen, literarischen und wissenschaftlichen Praktiken geworden. Unter Begriffen wie Autotheorie, Autofiktion oder Autosoziobiografie wird dabei die Trennung von Theorie, Philosophie und Fiktion auf der einen Seite, und Autobiografie, Leben und K\u00f6rper auf der anderen Seite kritisch reflektiert. 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