{"id":1412,"date":"2017-03-24T15:50:28","date_gmt":"2017-03-24T14:50:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/?p=1412"},"modified":"2021-01-31T12:26:09","modified_gmt":"2021-01-31T11:26:09","slug":"georg-forster-lektueren-eines-maritimen-denkens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/georg-forster-lektueren-eines-maritimen-denkens\/","title":{"rendered":"Georg Forster. Lekt\u00fcren eines maritimen Denkens"},"content":{"rendered":"<p>\u00bb[W]as gibt ein Schiff [\u2026] nicht f\u00fcr weite Sph\u00e4ren zu denken! [\u2026] Wo ist das feste Land, auf dem ich so feste stand? [\u2026] Der enge, feste, eingeschr\u00e4nkte Mittelpunkt ist verschwunden [\u2026][.] Welche neue Denkungsart!\u00ab Nicht nur Johann Gottfried Herder sieht sich 1769 in seinem Reisejournal als \u00bbPhilosoph auf dem Schiffe\u00ab auch Goethe notiert 1787 in sein Tagebuch der Italienischen Reise: \u00bbHat man sich nicht ringsum vom Meer umgeben gesehen, so hat man keinen Begriff von Welt und von seinem Verh\u00e4ltnis zur Welt\u00ab. Die Prozesse der Globalisierung und die vermehrten nautischen Reisebewegungen l\u00f6sen gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Frage nach einem neuen, maritimen Standpunkt des Denkens aus.<\/p>\n<p>Die Erfahrung des Schwankens alter Ordnungen, der Verlust der alten Buchgewissheiten und die Erlangung neuer empirischer Kenntnisse, die st\u00e4ndige Gefahr des Scheiterns aber auch die erfolgreiche Landung an den Ufern neuer Welten, die Entdeckung fremder Umwelten, Kulturen, Sitten und Denkweisen, der Tausch, die Ausbeutung und der Transfer von Wissen, G\u00fctern, Menschen, Tieren und Pflanzen, all dies sind nur einige Aspekte, die sich im Denken der neuen \u00bbozeanischen Wahrheiten\u00ab (Peter Sloterdijk) wiederfinden. Die neuzeitlichen Expeditions-, Kriegs- und Handelsfahrten treiben nicht nur eine \u00bbVerwestlichung\u00ab der Welt voran, sondern sie sind gleicherma\u00dfen Ausgangspunkt eines \u00bbBlicks aus der Ferne\u00ab (L\u00e9vi-Strauss) unter dem die vertraute Ordnung und Verortung der Welt in Frage stehen.<\/p>\n<p>Im Seminar soll den Umrissen und der Aktualit\u00e4t eines solchen maritimen Denkens anhand der Schriften des Weltreisenden, Revolution\u00e4rs und Homme de lettres Georg Forster nachgegangen werden. Hierzu werden wir ausgehend von seiner Reise um die Welt seine sp\u00e4teren kleinen Schriften zur Naturkunde, zur Anthropologie und Geschichte, \u00c4sthetik und Politik einer eingehenden kulturwissenschaftlichen Lekt\u00fcre unterziehen.<\/p>\n<p>Abbildung:\u00a0William Byrne, A View of Karakooa, in Owyhee (Ausschnitt), Radierung nach John Webber, 1784. \u00a9 Trustees of the British Museum<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht nur Johann Gottfried Herder sieht sich 1769 in seinem Reisejournal als \u00bbPhilosoph auf dem Schiffe\u00ab auch Goethe notiert 1787 in sein Tagebuch der Italienischen Reise: \u00bbHat man sich nicht ringsum vom Meer umgeben gesehen, so hat man keinen Begriff von Welt und von seinem Verh\u00e4ltnis zur Welt\u00ab. Die Prozesse der Globalisierung und die vermehrten nautischen Reisebewegungen l\u00f6sen gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Frage nach einem neuen, maritimen Standpunkt des Denkens aus.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1428,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1412"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1412"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1412\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2031,"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1412\/revisions\/2031"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1428"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1412"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1412"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1412"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}