{"id":1961,"date":"2019-03-05T11:03:58","date_gmt":"2019-03-05T10:03:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/?p=1961"},"modified":"2021-01-31T11:54:50","modified_gmt":"2021-01-31T10:54:50","slug":"manifeste-als-theoretische-textgattung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/manifeste-als-theoretische-textgattung\/","title":{"rendered":"Manifeste als theoretische Textgattung"},"content":{"rendered":"<p>Das Manifest ist vielleicht die wichtigste, sicherlich aber die sichtbarste Kommunikationsform des Politischen. Manifeste sind dabei eine der seltenen Textgattungen, die \u2013 wie Theaterst\u00fccke, Gesetzestexte oder Witze \u2013 zwischen Theorie und Praxis stehen: Sie zerfallen h\u00e4ufig in eine feinf\u00fchlige, pr\u00e4zise und nicht selten brillant geschriebene Diagnose und einen g\u00e4nzlich agitatorischen und im Verh\u00e4ltnis zum Analyseteil oft unvermutet kruden und ebenso simplen wie gespenstischen Aufruf zu banaler Gewalt. Trotz dieser h\u00e4ufig zu beobachtenden stilistischen wie intellektuellen Fallh\u00f6he von der Untersuchung zur Handlungsanleitung zeichnen sich Manifeste nicht selten dadurch aus, dass ihre Analyse eine extrem kondensierte Version hochaktueller kultur- oder sozialwissenschaflicher, philosophischer, k\u00fcnstlerischer oder politischer wissenschaftlicher Ergebnisse ist. In diesem Seminar sollen Manifeste deswegen als Kippfiguen zwischen mehr oder weniger wissenschaftlich-zeitdiagnostischen und ganz anders gelagerten agitatorischen Texten gelesen werden. Dabei kommen \u00e4sthetische, literarische und rhetorische Verfahren ebenso in den Blick wie politische, philosophische, prognostische, utopische und agitatorische oder resignative Aspekte. Im Seminar werden vor allem politische, feministische und \u00f6kologische Manifeste besprochen, die sich nicht zuletzt in den letzten Jahrzehnten zunehmend dadurch auszeichnen, der Wissenschaft zu entstammen, Manifeste aus der Kunst und aus dem technologischen Bereich werden wahrscheinlich eher randst\u00e4ndig bleiben.<\/p>\n<p>Weil diese Texte nicht selten siebzig oder sogar noch mehr Seiten haben, und sie nur ausschnittweise zu lesen eine gro\u00dfe inhaltliche Verzerrung bedeuten w\u00fcrde, wird dies ein relativ leseintensives Seminar.<\/p>\n<p>Abbildung: Sculptor&#8217;S Model or votive of a fist. Public Domain des MET-Museums. <a href=\"https:\/\/www.metmuseum.org\/art\/collection\/search\/549701?searchField=All&amp;amp;ft=fist&amp;amp;offset=0&amp;amp;rpp=20&amp;amp;pos=3\">Link<\/a> zum Datensatz.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Manifest ist vielleicht die wichtigste, sicherlich aber die sichtbarste Kommunikationsform des Politischen. Manifeste sind dabei eine der seltenen Textgattungen, die \u2013 wie Theaterst\u00fccke, Gesetzestexte oder Witze \u2013 zwischen Theorie und Praxis stehen: Sie zerfallen h\u00e4ufig in eine feinf\u00fchlige, pr\u00e4zise und nicht selten brillant geschriebene Diagnose und einen g\u00e4nzlich agitatorischen und im Verh\u00e4ltnis zum Analyseteil oft unvermutet kruden und ebenso simplen wie gespenstischen Aufruf zu banaler Gewalt. <\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":1962,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1961"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1961"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1961\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2474,"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1961\/revisions\/2474"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1962"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1961"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1961"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aesthetik.hu-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1961"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}