Jan Mollenhauer

Ehemaliger Mitarbeiter

Georgenstr. 47
10117 Berlin

 

Von 2017 bis 2019 war Jan Mollenhauer wissenschaftlicher Mitarbeiter im Graduiertenkolleg »Konfigurationen des Films« an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zuvor war er im Sommersemester 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehr- und Forschungsbereich Kulturtheorie und Kulturwissenschaftliche Ästhetik. Im selben Jahr war er Research Track Stipendiat der Humboldt Graduate School und des Getty Research Institute.

Jan Mollenhauers Dissertationsschrift Spektrale Differenzen im Zwischenraum der Bilder. 8 Fotos und ihre multidirektionalen Bildergeschichten nutzt Konzeptionen des »multidirektionalen Erinnern« in Verbindung mit einer kulturwissenschaftlichen Urbarmachung psychoanalytisch informierter Bildermontagen, um eine Serie von acht Fotos, die der afroamerikanische Soldatenfotograf William A. Scott, III 1945 in und um das Konzentrationslager Buchenwald gemacht hat, mit anderen Bildern rassistischer Gewalt und der Shoah zu konstellieren. Es ist ihm einerseits um die eigentümliche (A)Visualität von Verschränkungen und Relationalitäten der 8 Bilder mit rassistischer Gewaltgeschichte und Shoah zu tun, andererseits um einen ästhetischen Möglichkeitsraum von Relationalitäten rassistischer, afroamerikanischer Gewaltgeschichte und Shoah anhand von derlei Bildermontagen. Es tritt also Unsichtbares, ja sogar eine Visualität ohne Sichtbares in den Blick. Zugleich treten die Montagen in ihrem Gemacht-Sein hervor, ihr Konstruktionsprinzip stellen sie so wie die eigentliche Bilderfolge gleich mit zur Disposition. Verbindungsstück der Bilder und ihrer Montagen sind Operationen, die entweder an oder in den Bildern zu sehen sind. Diese Operationen strukturieren die einzelnen Kapitel, je zwei der acht Fotos stehen dabei im Zentrum. In den Montagen leiten ihn folgende Ideen: die Operationalität der Bilder, genauer die Idee des Sendens im Anschluss an Derrida, das »Meta-Konzept« Spektralität, insbesondere im Hinblick auf die Konzeption von Avisualität, anknüpfend an die Überlegungen Akira Mizuta Lippits.

 

Publikationen

»Adorno Noir. Los Angeles und der deutsche Wiederaufbau«, in: ilinx 5: Brachen, im Erscheinen.

»Femmenininisieren«, in: nachdemfilm 17 (2019), online.

»Drehen, Wenden, Senden«, in: Lars Nowak (Hg.): Bild und Negativität, Würzburg 2019, 295–310.

»Was wäre Ethnografie?«, in: Jonas Etten/Julian Jochmaring (Hg.): Nach der ikonischen Wende. Aktualität und Geschichte eines Paradigmas, Berlin 2021, 222–234.

»Liebe stören. Skip Normans Echologik«, in: Philipp Ekardt/Frank Fehrenbach/Cornelia Zumbusch (Hg.): Politische Emotionen in den Künsten, Berlin 2021, 143–161.

»Geben und Nehmen«, in: Beate Absalon/Nina Franz/Andreas Gehrlach et al. (Hg.), Empfangen. Die andere Seite der Gabe, Berlin 2023, 183–186.