Humboldt-Universität zu Berlin – Institut für Kulturwissenschaft
Auszug aus Edward Ringwood Hewitts »Secrets of the Salmon« (1922).
Denken – Schreiben – Filmen: Dokumentationen des Selbst
Seminar im Wintersemester 2025/26
Die Thematisierung des Selbst ist in den letzten zwanzig Jahren zunehmend Teil von künstlerischen, literarischen und wissenschaftlichen Praktiken geworden. Unter Begriffen wie Autotheorie, Autofiktion oder Autosoziobiografie wird dabei die Trennung von Theorie, Philosophie und Fiktion auf der einen Seite, und Autobiografie, Leben und Körper auf der anderen Seite kritisch reflektiert. Anstatt das Selbst in der theoretischen und künstlerischen Arbeit auf Abstand zu halten, finden Autor:innen, Denker:innen und Filmemacher:innen (wie bspw. Paul B. Preciado, Maggie Nelson und Ocean Vuong) Formen und Verfahren, mit denen sie die eigene Subjektivität und den eigenen Körper aktiv in ihr Denken, Schreiben und Filmen einbeziehen. Themen wie Sexualität, Sorgearbeit, die neoliberale Gegenwart, Krankheit und Alltag werden darin nicht einfach aus einer distanzierten Position analysiert, sondern in körperlichen und subjektiven Nahverhältnissen reflektiert. In diesem Seminar möchten wir uns den ästhetischen, epistemischen und experimentellen Praktiken der Selbstdokumentation widmen und dabei gegenwartsdiagnostische und genealogische Perspektiven verbinden. Das bedeutet, dass wir uns einerseits mit aktuellen Erscheinungsformen und Debatten um das Selbst in Theorie, Literatur und Film auseinandersetzen, und andererseits einigen Vorläufer:innen des aktuellen »autotheoretical turn« (Fournier 2021) nachgehen, u. a. den feministischen Film- und Schreibpraktiken der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Was hieß und was heißt es also, sich selbst zu denken, zu schreiben oder zu filmen? Und welche kritischen und analytischen Potentiale können solche Dokumentationen des Selbst entfalten?
Das Seminar ist als Kooperation zwischen dem Institut für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und dem Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin angelegt und findet parallel an beiden Standorten statt (in Mainz angeboten von Prof. Dr. Chris Tedjasukmana). Im Laufe des Semesters soll es Gelegenheit für gemeinsame Diskussionen und Austausch geben – für einzelne Sitzungen werden wir uns deshalb per Zoom zusammenschalten.
Denken – Schreiben – Filmen: Dokumentationen des Selbst
Die Thematisierung des Selbst ist in den letzten zwanzig Jahren zunehmend Teil von künstlerischen, literarischen und wissenschaftlichen Praktiken geworden. Unter Begriffen wie Autotheorie, Autofiktion oder Autosoziobiografie wird dabei die Trennung von Theorie, Philosophie und Fiktion auf der einen Seite, und Autobiografie, Leben und Körper auf der anderen Seite kritisch reflektiert. Anstatt das Selbst in der theoretischen und künstlerischen Arbeit auf Abstand zu halten, finden Autor:innen, Denker:innen und Filmemacher:innen (wie bspw. Paul B. Preciado, Maggie Nelson und Ocean Vuong) Formen und Verfahren, mit denen sie die eigene Subjektivität und den eigenen Körper aktiv in ihr Denken, Schreiben und Filmen einbeziehen. Themen wie Sexualität, Sorgearbeit, die neoliberale Gegenwart, Krankheit und Alltag werden darin nicht einfach aus einer distanzierten Position analysiert, sondern in körperlichen und subjektiven Nahverhältnissen reflektiert. In diesem Seminar möchten wir uns den ästhetischen, epistemischen und experimentellen Praktiken der Selbstdokumentation widmen und dabei gegenwartsdiagnostische und genealogische Perspektiven verbinden. Das bedeutet, dass wir uns einerseits mit aktuellen Erscheinungsformen und Debatten um das Selbst in Theorie, Literatur und Film auseinandersetzen, und andererseits einigen Vorläufer:innen des aktuellen »autotheoretical turn« (Fournier 2021) nachgehen, u. a. den feministischen Film- und Schreibpraktiken der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Was hieß und was heißt es also, sich selbst zu denken, zu schreiben oder zu filmen? Und welche kritischen und analytischen Potentiale können solche Dokumentationen des Selbst entfalten?
Das Seminar ist als Kooperation zwischen dem Institut für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und dem Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin angelegt und findet parallel an beiden Standorten statt (in Mainz angeboten von Prof. Dr. Chris Tedjasukmana). Im Laufe des Semesters soll es Gelegenheit für gemeinsame Diskussionen und Austausch geben – für einzelne Sitzungen werden wir uns deshalb per Zoom zusammenschalten.